Wer sich für Israel und die jüdische Welt interessiert, stößt früher oder später auf The Times of Israel. Das Online-Portal versorgt Leser seit 2012 auf Englisch, Hebräisch und Französisch mit Nachrichten – und verspricht dabei eine ganz bestimmte Haltung: keine.

Gründungsjahr: 2012 ·
Sprachen: Englisch, Hebräisch, Französisch ·
Schwerpunkt: Israel, Mittlerer Osten, jüdische Welt ·
YouTube-Abonnenten: Über 100.000 ·
Facebook-Follower: 1,3 Millionen

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Eigentümerstruktur unbekannt
  • Aktuelle Leserzahlen nach 2017 nicht öffentlich
  • Finanzierung und Werbeeinnahmen undurchsichtig
3Zeitleisten-Signal
  • Launch 2012 als erste mehrsprachige Online-Zeitung für jüdische Themen
  • Netanyahu-Koalition seit November 2022 verändert Medienlandschaft
4Wie es weitergeht
  • Portal bleibt wichtige nicht-parteiische Stimme in polarisierter Debatte
  • Ausbau der Blog-Plattform könnte Leserschaft vertiefen

Die wichtigsten Eckdaten des Portals auf einen Blick:

Steckbrief: The Times of Israel auf einen Blick
Merkmal Details
Gründer David Horovitz
Hauptsitz Jerusalem
Sprachen Englisch primär, Hebräisch, Französisch, Arabisch
Follower (Facebook) 1,37 Mio.
Leser pro Monat (2017) 3,5 Millionen
Gründungsjahr 2012

Ist The Times of Israel rechts oder links?

The Times of Israel positioniert sich bewusst abseits des politischen Spektrums. Im Gegensatz zu Haaretz, das als linksliberal gilt, und Arutz Sheva, das rechtsorientiert ist, verzichtet das Portal auf eine parteipolitische Ausrichtung.

Politische Positionierung

Gründer David Horovitz erklärte laut Wikipedia: „Ich habe die Website gegründet, weil ich dachte, dass es Raum für eine Website gibt, die über die Geschehnisse in der jüdischen Welt berichtet und keine politische Ausrichtung hat.” Diese Linie prägt bis heute die Redaktion.

Das Portal hebt gemeinsame Interessen von Juden in Israel und im Ausland hervor, statt politische Spaltungen zu vertiefen. In der polarisierten Medienlandschaft Israels – geprägt durch die Justizreform-Debatte seit 2023 – fungiert The Times of Israel als eine der wenigen nicht-politisch gebundenen Stimmen.

Vergleich mit Haaretz

Haaretz gilt als die liberalste Zeitung Israels und kritisiert regelmäßig die Netanyahu-Koalition. Im Vergleich dazu verzichtet The Times of Israel auf parteipolitische Kommentare und bietet Platz für verschiedene Perspektiven – von religiösen über außenpolitische bis zu wirtschaftlichen Themen.

Fazit: The Times of Israel steht im Zentrum und meidet explizit parteipolitische Nähe. Das unterscheidet es von Haaretz (linksliberal) und Arutz Sheva (rechts).

Wem gehört The Times of Israel?

Die Eigentümerstruktur von The Times of Israel bleibt offiziell undurchsichtig. Anders als bei der Jerusalem Post – deren politische Ausrichtung sich mehrfach durch Eigentümerwechsel änderte – fehlen öffentliche Angaben zu Investoren oder Kapitalgebern.

Eigentümer und Finanzierung

Gründer David Horovitz leitet die Redaktion und tritt als Gesicht des Portals auf. Laut Wikipedia gibt es keine expliziten Angaben zu aktuellen Eigentümern. Das Portal startete 2012 ohne Werbebudget und wuchs organisch.

Diese Unabhängigkeit ist programmatisch: Horovitz betonte, dass die Website Raum für Berichterstattung über die jüdische Welt bieten sollte, „ohne politische Ausrichtung”. Ob diese Unabhängigkeit durch eigene Finanzierung, Stiftungen oder andere Quellen gesichert wird, ist nicht öffentlich dokumentiert.

Unabhängigkeit

Die fehlende Eigentümertransparenz kann als Stärke oder Schwäche interpretiert werden. Einerseits entfällt der Druck durch Investoren mit eigenen Agenden. Andererseits bleibt die langfristige Finanzierung ungewiss – besonders in einem Medienmarkt, der seit den Wahlen im November 2022 unter verstärktem politischem Druck steht.

Was zu beobachten ist

Ohne offene Eigentümerangaben müssen Leser darauf vertrauen, dass die Redaktion ihre Unabhängigkeitslinie einhält. Bei einem Medium, das sich Neutralität auf die Fahnen schreibt, wäre mehr Transparenz zur Finanzierung wünschenswert.

Die Konsequenz: Leser können die redaktionelle Unabhängigkeit nur anhand der Berichterstattung selbst beurteilen, nicht anhand nachprüfbarer Eigentümern.

Was ist The Times of Israel?

The Times of Israel ist eine israelische Internet-Zeitung, die seit 2012 in mehreren Sprachen erscheint. Laut Wikipedia ist sie die größte englischsprachige jüdische Nachrichtenplattform weltweit.

Geschichte und Gründung

David Horovitz gründete das Portal 2012 mit der Vision, eine nicht-politische Anlaufstelle für Israel-Nachrichten zu schaffen. Kurz nach dem Launch übertraf The Times of Israel vorübergehend die Leserzahlen von Ynet und Arutz Sheva, fiel jedoch später zurück.

Im Jahr 2017 erreichte das Portal nach eigenen Angaben 3,5 Millionen Leser pro Monat. Diese Zahl verdeutlicht die Reichweite, die das Portal in knapp fünf Jahren aufbaute – ein bemerkenswertes Wachstum ohne größeres Werbebudget.

Inhalte und Schwerpunkte

Das Portal deckt Israel, den Mittleren Osten und die jüdische Welt ab. Der redaktionelle Fokus liegt auf aktuellen Ereignissen, während Meinungsbeiträge über die Blog-Plattform fließen. Die Mehrsprachigkeit – Englisch, Hebräisch (Zman Yisrael), Französisch und Arabisch – macht das Portal für ein internationales Publikum zugänglich.

Warum das relevant ist

Die Kombination aus Neutralität und Mehrsprachigkeit füllt eine Lücke: Leser weltweit erhalten Zugang zu Israel-Nachrichten ohne Filter durch politische oder religiöse Brillen.

Das Alleinstellungsmerkmal liegt darin, dass Leser aus verschiedenen Lagern dieselben Fakten präsentiert bekommen – ein seltenes Gut in der zunehmend polarisierten israelischen Medienlandschaft.

Gibt es Blogs bei The Times of Israel?

Ja, und sie sind ein zentraler Bestandteil des Portals. Die Rubrik „The Blogs at The Times of Israel” bietet Raum für Meinungsbeiträge zu Religion, Außenpolitik, Wirtschaft und weiteren Themen.

Blog-Bereich

Ähnlich wie andere israelische Medien betreibt The Times of Israel eine Blog-Plattform, auf der verschiedene Autoren ihre Perspektiven teilen. Die Beiträge ergänzen die aktuelle Berichterstattung um persönliche und analytische Stimmen.

Themen wie die Israel-Deutschland-Beziehungen werden ebenfalls behandelt. Sophie Albers Ben Chamo führt beispielsweise den Blog „Mein Israel” auf stern.de mit 10.000 bis 27.000 Lesern monatlich – ein Indikator für das Interesse an persönlichen Perspektiven auf beide Länder.

Bekannte Autoren

Das Portal verzeichnet eine Vielzahl von Bloggern, deren Hintergründe von Religionswissenschaftlern über Diplomaten bis zu Wirtschaftsexperten reichen. Diese Vielfalt spiegelt die breite Zielgruppe wider: Juden in Israel und der Diaspora, die gemeinsame Interessen über politische Gräben hinweg suchen.

Anmerkung der Redaktion

Die Blog-Sektion bietet eine Plattform für Meinungen, die nicht notwendigerweise die redaktionelle Linie widerspiegeln. Leser sollten zwischen Nachrichten und Meinungsbeiträgen unterscheiden.

Die Gefahr besteht darin, dass Leser die redaktionelle Berichterstattung mit Gastbeiträgen verwechseln – die Trennung erfordert daher Aufmerksamkeit.

Vergleich mit anderen Israel-Nachrichten?

The Times of Israel ist nicht das einzige Portal für Israel-Nachrichten. Ein Vergleich mit Jerusalem Post und Haaretz zeigt die jeweiligen Stärken und Ausrichtungen.

Jerusalem Post

Die Jerusalem Post wurde 1932 gegründet und hat ihre politische Ausrichtung über die Jahrzehnte mehrfach gewechselt. Seit dem neuen Jahrtausend vertritt sie eine konservativ-liberale Linie: Sie bekennt sich zur israelischen Mitte, kritisiert Korruption und befürwortet die Trennung von Religion und Staat.

Im Gegensatz zu The Times of Israel ist die Jerusalem Post stärker im Weltjudentum verankert und investiert aktiv in internationale Leserschaft. Beide Portale bieten jedoch mehrsprachige Inhalte.

Haaretz

Haaretz gilt als linksliberal und positioniert sich klar gegen die aktuelle Netanyahu-Koalition. Die Berichterstattung über die Justizreform 2023 beschrieb diese als „Putsch” oder „feindliche Übernahme” durch eine religiöse Koalition.

The Times of Israel vermeidet solche expliziten Bewertungen. In der israelischen Medienlandschaft – wo der Staat heute 93% des Grundbesitzes kontrolliert, verglichen mit 7% nach der Staatsgründung 1948 – ist diese Neutralität ein Alleinstellungsmerkmal.

Die drei Portale ergänzen sich: The Times of Israel liefert die Fakten, Haaretz die kritische Einordnung von links, die Jerusalem Post den konservativ-liberalen Mittelweg.

Die unterschiedlichen Perspektiven ermöglichen es Lesern, sich ein umfassendes Bild zu verschaffen – vorausgesetzt, sie nutzen mehrere Quellen.

Für den Vergleich im Detail:

Drei israelische Medienportale im Vergleich
Kriterium The Times of Israel Jerusalem Post Haaretz
Gründungsjahr 2012 1932 1918
Politische Ausrichtung Neutral Konservativ-liberal Linksliberal
Primärsprache Englisch Englisch Hebräisch
Mehrsprachig Ja (4 Sprachen) Ja Teilweise
Blog-Plattform Ja Begrenzt Ja
Fazit: Wer eine neutrale Stimme sucht, findet sie bei The Times of Israel. Wer linke Perspektiven bevorzugt, greift zu Haaretz. Die Jerusalem Post bietet einen konservativ-liberalen Mittelweg mit längerer Tradition.

Zeitleiste: Meilensteine von The Times of Israel und Israel

  • : Launch von The Times of Israel als englischsprachige Online-Zeitung
  • : Staatsgründung Israels – Hintergrund für alle späteren Medien
  • : UN-Teilungsresolution forderte demokratische Verfassung
  • : Wahlen führten zur Netanyahu-Koalition mit 0,5% Vorsprung
  • : 75. Jahrestag der Staatsgründung Israels im Bundestag gefeiert

Bestätigt und unbestätigt

Bestätigte Fakten

  • Gründung 2012 durch David Horovitz
  • Mehrsprachige Verfügbarkeit (Englisch, Hebräisch, Französisch, Arabisch)
  • Positionierung als neutral, nicht parteipolitisch gebunden
  • Blog-Plattform mit Meinungsbeiträgen
  • Keine expliziten Angaben zu aktuellen Eigentümern

Unklare Punkte

  • Exakte Eigentümerstruktur und Finanzierungsquellen
  • Aktuelle Leserzahlen (nach 2017)
  • Langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit
  • Genaues Verhältnis zu politischen Akteuren

Stimmen zum Portal

Ich habe die Website gegründet, weil ich dachte, dass es Raum für eine Website gibt, die über die Geschehnisse in der jüdischen Welt berichtet und keine politische Ausrichtung hat.

David Horovitz, Gründer The Times of Israel

Die Jerusalem Post bekennt sich zur israelischen Mitte, kritisiert Korruption und befürwortet die Trennung von Religion und Staat.

SBB Berlin Blog

Dies ist ein Putsch, eine feindliche Übernahme des Staates Israel durch eine Koalition mit knapper Mehrheit in der Knesset.

Verfassungsblog

The Times of Israel füllt eine spezifische Lücke in der israelischen Medienlandschaft: eine nicht-politisch gebundene Stimme in einem Umfeld, das zunehmend polarisiert ist. Das Portal bietet Nachrichten und Meinungsbeiträge für ein internationales Publikum – ohne die Filter rechts- oder linksliberaler Positionen. Wer fundierte Berichterstattung über Israel und die jüdische Welt sucht, findet hier eine Alternative zu stärker politisierten Medien. Die Kehrseite: Ohne transparente Eigentümerstruktur bleibt die langfristige Unabhängigkeit eine offene Frage.

Verwandte Beiträge: Dachau Concentration Camp Memorial Site · Annalena Baerbock Trennung Grund

The Times of Israel hat sich seit 2012 als Nahost-Nachrichtenquelle etabliert, die eine eigenständige Perspektive auf Israel und den Nahen Osten bietet.

Häufig gestellte Fragen

Ist The Times of Israel rechts oder links?

The Times of Israel positioniert sich bewusst als neutral und verzichtet auf parteipolitische Ausrichtung. Im Gegensatz zu Haaretz (linksliberal) und Arutz Sheva (rechts) bietet das Portal coverage ohne explizite politische Agenda.

Wem gehört The Times of Israel?

Gründer David Horovitz leitet die Redaktion. Es gibt keine öffentlichen Angaben zu aktuellen Eigentümern oder Investoren. Die Finanzierungsquellen bleiben undurchsichtig.

Was ist The Times of Israel?

The Times of Israel ist eine israelische Internet-Zeitung, gegründet 2012 von David Horovitz. Sie erscheint auf Englisch, Hebräisch, Französisch und Arabisch und gilt als größte englischsprachige jüdische Nachrichtenplattform weltweit.

Welche Inhalte bietet The Times of Israel?

Das Portal berichtet über Israel, den Mittleren Osten und die jüdische Welt. Neben aktuellen Nachrichten bietet es eine Blog-Plattform für Meinungsbeiträge zu Religion, Außenpolitik, Wirtschaft und weiteren Themen.

Gibt es eine deutsche Version von The Times of Israel?

Nein, The Times of Israel bietet keine deutsche Version an. Verfügbar sind Englisch, Hebräisch (Zman Yisrael), Französisch und Arabisch. Deutschsprachige Leser müssen auf die englische Version zurückgreifen.

Wer sind die Haupt-Autoren bei The Times of Israel?

Die Redaktion besteht aus festen Mitarbeitern, ergänzt durch Gastautoren in der Blog-Sektion. Bekannte Blogger behandeln Themen wie Religion, Diplomatie und die Israel-Deutschland-Beziehungen.

Vergleicht sich The Times of Israel mit Haaretz?

Direkt vergleichbar sind beide als israelische Medien, aber mit unterschiedlicher Ausrichtung: Haaretz ist linksliberal und explizit politisch, The Times of Israel verzichtet auf parteipolitische Positionierung. In der israelischen Medienlandschaft ergänzen sie sich.